Ein Abend über Alma Mahler-Werfel mit
Dominique Horwitz, Rezitation Iris Vermillion,
Mezzosopran Charles Spencer, Klavier
Die Alma-Mahler-Biographie von Astrid Seele ist der dramaturgische Leitfaden für den musikalisch-literatischen Abend über die Tochter des österreichischen Malers Emil Jakob Schindler, deren Ehe mit Franz Werfel am Ende ihrer Tour de Force durch die Wiener Künstlersalons (und –schlafzimmer) ihrer Zeit stand. Gustav Mahler, Walter Gropius, Oskar Kokoschka, Alexander von Zemlinsky – sie alle waren der elektrisierenden Schönheit dieser Frau verfallen.
Im Wien der Jahrhundertwende, in der Mahler den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend von seiner Frau erwartete, auf eigene musikalische Aktivitäten zu verzichten, reagierte Alma auf ihre Weise, übte sich in der Kunst der Verführung. Sie glühte vor Leidenschaft, verleugnete aber nie ihre Judenfeindlichkeit, vergötterte das Genie Mahler, auch wenn sie ihn in ihren Erinnerungen und Briefen häufig als "kleinwüchsigen Juden" bezeichnete. Dass dieselbe Frau, einige Jahre nach Mahlers Tod, die Geliebte von Gropius und später die Frau von Franz Werfel - "ebenfalls ein Jude" - wurde, macht sie zu einer der schillernden Musen des 20. Jahrhunderts. Sie war „voller Leidenschaft für die Kunst und doch von strahlendem Antisemitismus", wie Klaus Mann schrieb und hielt dennoch nach 1933 zu Werfel, floh mit ihm nach Paris und emigrierte nach New York. "Gestürzte Königin - jeder Zoll" - so beschreibt Klaus Mann die Ankunft der wienerischen Grande Dame in Amerika. Größe und Pathos demonstrierte sie auch nach Werfels Tod bis zu ihrem eigenen Ende.
Die Widersprüchlichkeit dieser außergewöhnlichen Frau machen Dominique Horwitz (Rezitation), Iris Vermillion (Mezzosopran) und Charles Spencer in diesem Programm erlebbar:
Mit Texten aus Biografien, Korrespondenzen, Werfel-Gedichten und weiteren literarischen Dokumenten schlüpft der Schauspieler Dominique Horwitz in die Rolle von Mahler, Werfel und anderen Zeitgenossen.
Iris Vermillion gibt eine hinreißende Alma Mahler und fängt zusammen mit Charles Spencer am Klavier mit Werken von Verdi, Wagner, Mahler, Krenek bis hin zu Robert Stolz, Kurt Weill die Stimmung in den Wiener Salons um 1900 ein.
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