Die Neuen Gedichte schrieb Rilke während seiner Jahre in Paris (veröffentlicht 1907), beeinflusst von Rodin und der Begegnung mit Cezanne. Sie versammeln Kompositionen vielfältiger Typen von Poesie, die von der "Dingwelt" und der "Verwandlung" geprägt ist. Gleich dem Wesen der Musik ist das Sichtbare und das Unsichtbare, das Hörbare und Unhörbare Gegenstand seiner Kunst "in der Zeit".
Die konzertante Aufführung webt die Gedichte in ein musikalisches Kontinuum ein, das die Worte wie hörbare Landschaften beleuchtet. Die musikalische „Zeitlosigkeit“ der Musik von Bach und Mozart verbindet sich mit der "atmosphärischen historischen" Zeit von Rilkes Aufenthalt in Paris, in der die Musik etwa von Eric Satie neue Wege in der Kunst aufzeigte.
Die sich wandelnden Bilder der Musik fließen ineinander – verbunden durch zeitgenössische Sequenzen (Komposition: Michael Riessler). So entsteht im Verhältnis von Musik und Text ein ständiger Wechsel von Vorder- und Hintergrund, von Gleichzeitigem und Ungleichzeitigem, von Nähe und Ferne - Ein Hör-Spiel über die "andere Seite der Luft".
